Eule      

Die Diabetes-Selbsthilfegruppeim im Seniorenbeirat der Kolpingstadt Kerpen erweitert ihr Informationsprogramm, sie tagt nicht nur monatlich in einem Sitzungssaal des Rathauses, sondern führt auch Exkursionen zu führenden Forschungseinrichtungen durch.

Am 12. Juli 2017 fuhren 35 Diabetiker mit ihren Familienangehörigen zum DDZ nach Düsseldorf. Die Kontakte zum DDZ und Organisation der Exkursion hatte Christel Schmidt übernommen.

Nach einer regenreichen Anreise konnten wir pünktlich von der Pressesprecherin des DDZ, Frau Christina A. Becker, die uns dann den ganzen Tag über begleitete, empfangen werden.

Im Konferenzraum, der uns für die Zeit unseres Besuchs zur Verfügung stand, warteten bereits mehrere Mitarbeiter des DDZ, denn eine Selbsthilfegruppe mit derart vielen Teilnehmern ist eher selten.

Herr Andreas Fidelak, kaufmännischer Geschäftsführer des DDZ stellte in einem umfassenden Referat die Aufgaben des DDZ vor.

Das DDZ erforscht interdisziplinär, hier arbeiten verschiedene wissenschaftliche Bereiche gemeinsam an einer Aufgabe; und transdiziplinär werden hier über die eigentliche Aufgabe hinaus in anderen Disziplinen Forschungsergebnisse analysiert, um den Diabetes mellitus und seine Folgen zu vermeiden oder zu verringern. 200 Forscher sind in den Forschungsstrategien und Programmen eingebunden. Das DDZ steht nicht isoliert für sich allein da, sondern es kooperiert auf nationaler Ebene unter anderem mit der Leibnitz-Gesellschaft, ist Partner für das Deutsche Diabetes-Zentrum für Diabetesforschung in München und ist eingebettet in das Universitätsklinikum Düsseldorf. International kooperieren die Wissenschaftler unter anderem mit den USA, Australien, Griechenland und der Schweiz.

Diabeteserkrankungen sind ein globales Problem. Weltweit gibt es 420 Millionen Betroffene und könnte bis 2030 zu den sieben häufigsten Todesursachen gehören. Besonders problematisch ist die Entwicklung in Afrika und Asien. In Europa und Deutschland ist die Steigerung moderat. Ein großes Gefälle der Erkrankung ist von Nord – mehr Erkrankungen, nach Süd –weniger Erkrankungen, zu verzeichnen ist.

  

Damit nun auch die Mitarbeiter des DDZ wissen, mit wem sie es zu tun haben, stellt der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Hans Wendl, die Diabetes-Selbsthilfegruppe vor, insbesondere Josef Bacher als langjähriger Moderator und Christel Schmidt, die für die Organisation der Gruppe verantwortlich ist. Hans Wendl führt aus, dass die Gruppe nun seit ca. 20 Jahren besteht und sich monatlich trifft. Jeden Monat gibt es ein neues Thema, wie Augen, Füße, Nieren, Bewegung oder Medikamente, zu denen Ärzte, Apotheker, Therapeuten oder Sozialarbeiter eingeladen werden.

 

Nach der Kaffeepause stellt Herr Dr. Olaf Spörkel „Das RIN Diabetes“ vor. RIN bedeutet: „Regionales Innovations-Netzwerk Diabetes“. Es stellt den Betroffenen Informationen über regionale Angebote in Düsseldorf und Umgebung bereit. Es vernetzt Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik mit Partnerinnen und Partnern aus der Diabetesforschung und –prävention

und –behandlung auf lokaler und regionaler Ebene. Das Netzwerk bündelt Kompetenzen für die Entwicklung innovativer Maßnahmen zur Vorsorge und Behandlung. 65 Netzwerkpartner mit Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, medizinischen Einrichtungen, Krankenkassen, Bildungseinrichtungen, Sportvereinen koordiniert und fördert das RIN Diabetes. Umfangreiche Informationen sind zu finden unter www.rin-diabetes.de und www.diabetes.de/wegweiser

 

Frau Dr. med. Oana-Patricia Zaharia, Studienärztin, berichtete über Regulationsstörungen des Stoffwechsels bei Diabetes. Im Forschungsprogamm des DDZ, im Institut für Klinische Diabetologie, wird der Energiestoffwechsel in verschiedenen menschlichen Geweben und Organen des Menschen untersucht. Besonderer Schwerpunkt gilt der Funktion bei Insulinresistenz und Diabetes mellitus. Forschungsziel ist das Erkennen und Differenzieren umweltbedingter Störungen des Energiestoffwechsels, die zur Entwicklung des Typ-2 Diabetes beitragen können. Hieraus sollen Therapieoptionen zur Prävention des Diabetes entwickelt werden.

 

Frau Theresia von Gemert, Ernährungswissenschaftlerin, stellte in ihrem Beitrag die Energiebilanzen unterschiedlicher Lebensmittel vor. Pizza, Burger und Co.: Eine einzige fettreiche Mahlzeit kann den Stoffwechsel schädigen und den Weg zu Fettleber- und Diabetes- Erkrankung vorbereiten. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass diese einzige fettreiche Mahlzeit, auch bei einem gesunden Menschen, ausreicht, um die Insulinwirkung zu vermindern, d. h. Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber erhöhen. Fettlebererkrankungen sind die häufigste Lebererkrankung in den Industrienationen und mit erhöhtem Risiko für Typ-2 Diabetes verbunden. Diskutiert wurde auch über die zwei wichtigsten Energieträger: Zucker und Fett. Untersuchungen ergaben, dass Zucker 40% des Energiehaushaltes ausmachen. Jeder Deutsche verzehrt durchschnittlich im Jahr ca. 45 kg oder 125 Gramm pro Tag. Eine Energiebilanz, die es deutlich zu verringern gilt. Die Frage Butter oder Margarine wird zu Gunsten der Butter entschieden. Butter ist zwar nicht besser als Margarine, hat einen höheren Anteil an Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, aber die Menge macht es und sie schmeckt besser.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der DDZ-Kantine stand die aktive Pause auf dem Programm. Unter der Leitung von Dr. D. Pesta, Sportwissenschaftler, wurden wir aufgefordert, uns aktiv zu bewegen. Arme kreisen, Rumpf beugen, auf einem Bein, mal links, mal rechts hüpfen oder nur längere Zeit balancieren, waren noch die einfachsten Übungen. Nach gut 20 Minuten waren wir leicht erschöpft aber auch guter Stimmung und bereit für weitere Informationen.

 

Nun wurden wir in mehrere Projektgruppen aufgeteilt. Ich kann hier nur über die Gruppe berichten in der ich war. Das DDZ befasst sich in seiner Forschung auch mit der Datenerfassung und Datenverarbeitung auf iPhons . Hier sollen anwenderspezifische Apps für die Dokumentation und Auswertung sowie Therapiemaßnahmen verbraucherfreundlich entwickelt werden. Ich durfte das im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindliche Program auf seinen logischen Aufbau und seine Handhabung testen. Mögliche Fehlbedienungen, aber auch Anmerkungen, die ich zu dem Programm machte, wurden protokolliert. Am Ende war es eine Reihe von Empfehlungen von denen ich hoffe, dass sie dem Anwender zu Gute kommen.

 

Nach der Abschlussbesprechung, mit Dank an das DDZ-Team für die hervorragende Betreuung, traten wir am späten Nachmittag die Heimfahrt an.

Hans Wendl

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